Graues Rauschen

WSB Plenarraum WUK, Wien

17. – 18. Oktober 2026


Julius Werner Chromecek und Daniela Zeilinger zeigen in Zusammenarbeit mit dem Gastkurator Bastian Hackl-Schwind Arbeiten, welche die Übersetzung von Materialität und Oberflächen innerhalb des Fotografischen thematisieren.

In Julius Werner Chromeceks Serie „Raster“ werden analoge und digitale Techniken kombiniert, um Muster und Strukturen aus der alltäglichen Umwelt auf grafische Raster zu reduzieren. Das Resultat sind Fotogramme, in denen Formen und Oberflächen in den Fokus gerückt werden und die fotografierten Objekte ihrem ursprünglichen Kontext entnommen sind. Ähnlich verhält es sich in Daniela Zeilingers Serie „Stardust“. In ihren Fotogrammen von Siebdrucken auf Glas werden Farbfolien, die üblicherweise in der Studiofotografie und im Film verwendet werden, ihrer Farbigkeit entzogen und in abstrakte Hell-Dunkel-Kontraste transformiert. Die Serie, so Zeilinger, „thematisiert die Abstraktion von farbigem Licht als Chiaroscuro, in mehreren Übersetzungsschritten transformiert zu Spuren von Raster, Korn und Staub.“ Bastian Hackl-Schwind stellt in der Serie „traces of work“ ebenfalls einen Transformationsprozess in den Mittelpunkt. Er zeigt Fotografien von Schneidunterlagen aus seiner Werkstatt, die seinen Arbeitsprozess dokumentieren und thematisiert so zum einen den Arbeitsbegriff in der Kunstproduktion, zum anderen die Übersetzung von Material ins Fotografische. Gemeinsam ist den Arbeiten die Frage, wie sich Material, Oberfläche und Struktur während fotografischer Übersetzungsprozesse verhalten und welche neuen Eigenschaften und Sichtweisen sich durch diese Transformation auftun.
- Bastian Hackl-Schwind

Öffnungszeiten
Sa./So. 13 -18 Uhr

WSB Plenarraum
Währinger Straße 59, Eingang C, 1. Stock rechts
1090 Wien

lumenx.at

Intervalle

Kunstraum Hochdorf (CH)

11. Oktober – 9. November 2026


Eröffnung: 11. Oktober, 16 Uhr

Janine Schranz und Daniela Zeilinger reflektieren in ihrer Arbeit auf subtile Weise die Grundbedingungen des Mediums Fotografie. In der Ausstellung Intervalle treten wesentliche Fragen zu Zeit und Raum in einen poetischen Dialog. In unterschiedlichen medialen Zugängen widmen sich die Künstlerinnen jenem Augenblick, in dem Sichtbarkeit entsteht. Dabei treten Übergänge vom Unbestimmten zum Erkennbaren in den Fokus. Zwischen Bild und Raum entstehen flüchtige Momente des Übergangs, die sogleich wieder als Leerstelle zurückbleiben.


Kunstraum Hochdorf
Lavendelweg 8
CH-6280 Hochdorf
tel +41 79 392 66 00
kontakt@kunstraum-hochdorf.ch
kunstraum-hochdorf.ch

Öffnungszeiten:
FR / SA / SO 15H  bis 18 H

Decade x Dialogue

Kunstquartier Bethanien, Berlin

30. April – 3. Mai 2026


Eröffnung: 29. April, 19 Uhr

Öffnungszeiten: täglich 13–19 Uhr

Künstler:innen: Charlotte Bastian, Betty Böhm, Antonia Breme, Selket Chlupka, Cecile Dupaquier, Dana Engfer, Nadine Ethner, Catherine Rose Evans, Kathrin Ganser, Carla Mercedes Hihn, Stefan Klein, Claire Laude, Stefanie Loveday, Prinz Gholam, Katja Pudor, Jessica Rimondi, Theresa Schubert, Sadith Silvano, Kama Sokolnicka, Sarah Straßmann, Attilio Tono, Bignia Wehrli und Daniela Zeilinger.
Performance: Olga Hohmann

In Kooperation mit der Kuratorin Cassandra Mehlhorn.

Im Jahr 2026 feiert das unabhängige Künstler*innenkollektiv pilote sein zehnjähriges Bestehen mit der Gruppenausstellung Decade x Dialogue. Die Ausstellung versammelt aktuelle und ehemalige Mitglieder ebenso wie eingeladene künstlerische Positionen und initiiert dadurch einen vielstimmigen Austausch, der die sich entwickelnden Arbeitsbeziehungen des Kollektivs sichtbar macht und zugleich neue Perspektiven eröffnet.
Als prozessorientierte Überblicksschau und diskursive Plattform reflektiert Decade x Dialogue kollektive Praxis zwischen geteilter Geschichte und zukünftigen künstlerischen Fragestellungen. Im Zentrum der Ausstellung stehen grundlegende Fragen an der Schnittstelle von Mensch und Natur; sie untersucht die zunehmend ambivalenten Verflechtungen in einer technologisch geprägten Gegenwart. Dabei hinterfragt sie vermeintliche Hierarchien, beleuchtet Ko-Existenz und Hybridisierung und positioniert den Menschen als Teil größerer Zusammenhänge.
Besondere Aufmerksamkeit gilt Prozessen von Zeitlichkeit und Sedimentierung, verstanden als fortlaufende Einschreibung von Erfahrungen, Bildern und Materialien sowie den immateriellen Spuren individueller und kollektiver Erinnerungsräume. Die teilnehmenden künstlerischen Positionen erforschen und reflektieren Spuren sowohl als Relikte vergangener Handlungen wie auch als aktive Faktoren für die Produktion zukünftiger Bedeutung.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf künstlerischen Annäherungen an Archive – als epistemische Strukturen, poetische Speicher und kritische Infrastrukturen visueller Kultur. Archive werden dabei nicht als statische Orte der Bewahrung, sondern als dynamische Systeme von Reorganisation, Überschreibung und Neuverhandlung von Geschichte begriffen. In diesem Zusammenhang werden Räume in ihren physischen wie virtuellen Dimensionen untersucht: als hybride Erfahrungsfelder zwischen analogen und digitalen Sphären, in denen Wahrnehmung, Erinnerung und Präsenz neu konfiguriert werden.
Bilder werden nicht mehr als singuläre Objekte verstanden, sondern als prozesshafte Gebilde, die kontinuierliche Transformationen, Verteilungen und Rekontextualisierungen durchlaufen. Decade x Dialogue positioniert sich so als reflexiver Raum, in dem sich künstlerische Praktiken mit den materiellen, technischen und diskursiven Bedingungen ihrer Gegenwart auseinandersetzen.

Text: Kathrin Ganser / Cassandra Mehlhorn, 2026

 

pilote contemporary
Kunstquartier Bethanien, Projektraum
Mariannenplatz 2
10997 Berlin
pilote-contemporary.com
kunstquartier-bethanien.de